Liebe Motorsportfreunde!
Die Saison 2011 ist vorüber und es ist an der Zeit, dieses Rennjahr nochmals Revue passieren zu lassen.
Die Repräsentanten der österreichischen Bergsportszene zeigten in nationalen Wettstreiten untereinander ebenso ihr Können, wie sie auch ehrenhaft unser kleines Land im Reigen der europäischen Elite des Bergsports vertraten.
Summa summarum ein weiteres spannendes Rennsportjahr mit abwechslungsreichem Kalender und anspruchsvollen Strecken, wurde die positive Atmosphäre aber von einer nicht zu leugnenden Tragödie überschattet.
An dieser Stelle möchten wir, bevor wir weiter auf Fakten und Erfreuliches eingehen können, Stellung beziehen zu diesen traurigen Ereignissen. Georg Plasa, Meister und Freund, ist, wie wir alle wissen, am 10. Juli 2011 verunglückt. Sein Tod hat für uns alle wieder einmal in den Vordergrund gerückt, was jeder Akteur riskiert. Aus vollem Herzen trauern wir alle um ihn.
Seine Beisetzung demonstrierte, dass nicht der Konkurrenzkampf auf der Rennstrecke unser Metier dominiert, sondern freundschaftliche Verbundenheit und Zusammenhalt, sowie ehrliche Anteilnahme bestimmend zum Charakter unserer Motorsportfamilie zählen. Im Warngau versammelten sich Fahrer und Crews, Veranstalter, Familie und Fans aus ganz Europa, um ihn zu ehren.
(Als Hommage an den großen Sportler und Menschen Georg Plasa wurde eine sehr stark frequentierte Gesprächsgruppe auf Facebook ins Leben gerufen - „Servus Georg Plasa“ - in der auch weiterhin jeder Einzelne die Möglichkeit erhält seine Gedanken und Erinnerungen an „Schorsch“ mit Freunden zu teilen und sein Andenken leben zu lassen).
Die Frage der Sicherheit im Motorsport, war immer schon und ist besonders in diesem Jahr viel diskutiert und alle Funktionäre, Fahrer und Verantwortlichen werden sich auch in Zukunft bemühen, in dieser Hinsicht ihr Bestes zu geben. Wir dürfen uns dadurch aber nicht die Freude und den Elan nehmen lassen, wie sie Menschen wie Georg Plasa, Lionel Regal und Fabio Danti repräsentierten und sollten in ihrem Andenken weiterhin die „Passion - PS“ leben.
Die heurige Motorsportsaison startete im April und bot sowohl vom Wetter, den Besuchern als auch dem Starterfeld ein ausgesprochen abwechslungsreiches Bild.
Die mit einem Trainingsvorsprung, durch die bereits im Vorfeld ausgetragenen Bergrallyeläufe topmotivierten österreichischen Fahrer, stiegen am Rechberg in die ÖM ein. Auch für die internationalen Rennfahrer war der Rechberg dieses Jahr nicht das Opening in der Europa Meisterschaft auch sie hatten bereits mit Col St. Pierre das erste Rennen der Saison hinter sich und starteten schon mit Detailanpassungen und –veränderungen an Chassis und Motor ins zweite Rennen der Saison.
Mit Regen, Kälte und Wind konnten die eingefleischten Zuseher ebenso gut umgehen, wie die meisten routinierten Fahrer. (Fotos 2011)
Ausrutscher und Kaltverformungen wurden als spektakuläre Einlagen gesehen und mit entsprechenden Beifallstürmen honoriert. Einlagen obiger Art verliefen allesamt glimpflich und wurden in das eine oder andere Videoprotokoll aufgenommen.
Die 4WD Verhältnisse lagen naturgemäß im besten Wirkungsbereich des Audi STW Quattro des Andi Marko, der die Top Ten der europäischen Rennwagenelite beinahe mit seinem Tourenwagen aufmischte und im Gesamtklassement den hervorragenden 9. Platz belegte.
Die Punkte in den österreichischen Meisterschaftsklassen holten sich die üblichen Verdächtigen wie in den Divisionen I und 2; Ritzberger, Holzer, Fischer und Hinterhofer, in der Division 3; Marko, Pailer, Auer sowie in der Division 4; Edlinger und Gradischnig.
Die Punkte für die historische Meisterschaft gingen an Pachteu, Frötscher, Lampelmaier, Erlacher und Pointner, während in der Challenge Alfred Stoitzner nicht zu biegen war.
Der Tagessieg am Rechberg ging an Simone Faggioli (Rechberg) vor Marcel Steiner und Milan Swoboda.
Ein neuer Streckenrekord stand 2011 bei diesen Fahrbahn- und Witterungsverhältnissen absolut nicht zur Diskussion.
An dieser Stelle sei aber auch unseren treuen Besuchern, die trotz der Kälte und des Regens wirklich zahlreich zur Stelle waren, sowie unseren routinierten und disziplinierten Fahrern und auch unseren Mitarbeitern, welche mit Winter- und Regenkleidung, aber trotzdem teilweise vollkommen durchnässt, ihren Mann standen, um den Ablauf zu gewährleisten, unser Respekt und Dank ausgesprochen.
Für das kommende Jahr wurde bereits schönes Wetter, wunderbare Laune und ein enormes Starterfeld bestellt.
Nach dem Großen Bergpreis von Österreich standen noch zahlreiche Rennen in den verschiedensten Meisterschaften sowohl national wie auch international auf dem Programm.
In Österreich waren dies, die für die ÖM zählenden Läufe in St. Anton, Kitzeck, St. Urban und Esthofen (St. Agatha), für die Wertung zum Bergrallyecup zählten noch Seggauberg, Naas, Semriach, St. Peter Kammersberg, Voitsberg und Gosendorf.
Die historische Renngemeinde hatte noch folgende Rennen in Österreich zu bestreiten: St. Anton, Kitzeck, St. Urban und St. Agatha.
Die internationale Bergelite hatte noch zehn Veranstaltungen in ganz Europa zu absolvieren, nämlich:
Al Fito (E) , Falperra (PRT), Trier (D), welches seinen 40. Geburtstag beging, ECCE Homo-Sternberk (CZE), Trento (I), Coppa Carotti (I), Le Mont Dore, (FRA), Le Rangiers (CH), Illiska Bistrica (SLO) und Buzet (HR).
Der Saisonausklang auf internationaler Ebene wurde im Rahmen der Sitzung der EBM Organisatoren von 28. bis 31. Oktober in Oviedo in Spanien begangen.
Die Europameister 2011 sind in der Division 1 - Ales Prek (SLO) sowie in der Division 2 - Simone Faggioli (ITA). Die Damenwertung ging an Gabriela Petroni (ITA).
Die österreichische Delegation, angeführt vom Präsidenten des STAMK Muerztal, Ehrenfried Seitinger mit Jakob Schrittwieser und Markus Trummer zeigte sich trotz strapaziöser An- und Abreise beeindruckt von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Asturier mit ihrem Präsidenten Aladino Martinez und Juan Alonso Riesgo von SIF Motor und der Organisation der EBM Preisverteilung.
Spezielle Gäste waren natürlich auch die Rennfahrerdynastie Vilarino, wo Vater Andres, Sohn Ander und Tochter Angela sowie Mama Vilarino, die freundschaftlich wie auch sportlich mit dem Rechberg sehr verbunden sind, dies extra hervorhoben und über die Zusammenkunft hoch erfreut waren.
Den Jahresabschluss des gesamten österreichischen Motorsportjahres bildete die Ehrung der Obersten Nationalen Sportkommission am Mittwoch den 30. November 2011.
Diese findet schon traditionell im Zuge eines Festaktes im technischen Museum in Wien statt und würdigt die großartigen Leistungen unserer Motorsportler.
Der Stamk Muerztal bedankt sich bei allen für die gute Zusammenarbeit und verlagert seine Aktivitäten über die Wintermonate aufs blanke Eis. Wir würden uns freuen, den einen oder anderen, ob als Zuseher oder aktiven Teilnehmer beim „Österreichischen Eis-Skikjöring Cup“ 2012 zu treffen.
Wir wünschen allen Fahrern, Helfern, Veranstaltern, Besuchern und Fans eine besinnliche Adventzeit, ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins nächste aufregende Jahr 2012. |